Iven Orx und Aaron Vinn sind deutsche Künstler.
Orx wurde in Danzig geboren. Er begann seine malerische Tätigkeit schon in der Kindheit, in dem er durch seinen Vater, der auch Maler war, in diesem Beruf ausgebildet wurde. Vinn kommt aus Leverkusen bei Köln. Auch er kommt aus einer Familie mit Künstlerhintergrund. Vinn’s Vater beschäftigte sich mit Öl-Malerei, sowie mit Airbrush und so konnte er bereits in den frühesten Lebensjahren Malerei sowie Grafikkunst erlernen. Beide Künstler arbeiten von da an autodidaktisch weiter. In dieser Zeitperiode erproben sie praktisch alle aktuellen Ausdrucksformen und Stile der modernen Malerei.
Eine interessante künstlerische Phase beginnt mit dem Treffen beider Künstler Orx und Vinn im Jahr 2002. Sie entdecken schnell gemeinsame Interessen und Parallelen in der Sichtweise und Verwirklichung in der Kunst. So gründen sie im Jahr 2004 ein gemeinsames Arbeitsatelier in dem bis heute alle ihre Werke entstehen. Seit dem suchen Orx und Vinn in Unmengen an Werken nach einer Möglichkeit den Ausdruck von Licht und Farbe darzustellen, ohne eine direkte Botschaft zu hinterlassen oder an ein bestimmtes Thema gebunden zu sein. Es sind Werke, die er zu hunderten immer wieder übermalen oder zerstörten.
Die zum Teil enge Zusammenarbeit mit anderen Künstlern dürfte ebenfalls Einfluss auf ihre künstlerischen Positionen gehabt haben. So nahmen sie beispielsweise weiteren Kunstunterricht bei Doz. A. Rudy von der Staatlichen Akademie der Künste in St. Petersburg und arbeiteten mit der berümten Kölner Künstlerin Mary Bauermeister zusammen.
Der Durchbruch erfolgte, nach dem sie mit erheblicher Resonanz, große expressiv-farbige abstrakte Gemälde hergestellt haben. Sie bestehen aus mehreren Farbaufträgen mit Verläufen und zum Teil eingreifenden Abkratzungen, bis auf die Unterschicht des früheren Auftrages oder den Malgrund, entstanden mit impulsiver Gestik sowie unzähligen Übermalungen. Es handelt sich um Gemälde, die ihren Entstehungs-
prozess deutlich darstellen und ihn gleichzeitig verschleiern ähnlich zu einem Licht und Schattenspiel. Orx und Vinn machen sich hier u. a. technische Verfahren der Décollage dienstbar. Diese Gemälde sollen in erheblichem Maße vom Zufall abhängig sein und widersprechen in ihrer Endfassung häufig anfänglichen Absichten.
Der Betrachter der Gemälde ist wie im Rorschach-Formdeuteversuch oder dem "RORSCHACH-Test" frei in der Bestimmung was er sieht. Es gibt hier kein richtig oder falsch. Der Betrachter entdeckt das was er sieht und sieht was er entdeckt.
Die Künstler stehen in der Tradition des Robert Rauschenberg 'White, Black und Red Paintings' und der abstrakten Bilder des Kölner Künstlers Gerhard Richter.
Aaron Vinn, Mary Bauermeister, Iven Orx
In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre arbeiteten Orx und Vinn mit der berühmten Kölner Künstlerin Mary Bauermeister, deren Lehrerin und Förderin sie ist, zusammen.
Mary Bauermeister war maßgeblich beteiligt an der Avantgarde der 1960er Jahre und Urgeberin des Prä-Fluxus sowie der Dada-Kunst. Sie war befreundet mit bekannten Künstlern wie Christo, Niki de Saint-Phalle, John Cage, Hans G. Helms, Robert Rauschenberg, Jasper Johns und Nam June Paik.
Mary Bauermeister prägte auch sehr deutlich das Kunstverständnis von Orx und Vinn. So lernten sie, die Konventionen zu brechen und neue Wege in der Kunst zu beschreiten.
Die Kontinuität Licht und Farbe in ihren Werken darzustellen, zeigt sich in ihren weiteren Werken. Getrieben von dem Gedanken aus der zweidimensionalen Kunst auszubrechen, ergründen sie neue Kunstfelder.
Parallel zu den abstrakten Gemälden arbeiten sie seit 2009 unter dem Namen 'Camp Art Extreme' gemeinsam mit dem Kölner Künstler und engsten Freund Hans Bruncken an einer Kunstrichtung, für die Camp als Ausgangsgedanke gilt.
Hierzu ist für sie die Sicht der Kritikerin Susan Sonntag mit „Notes on „Camp“ 1964 deutlich maßgebend:
'Camp ist eine Art, die Welt als ein ästhetisches Phänomen zu betrachten. Die Erlebnisweise des Camp stellt den Triumph des Stils über den Inhalt, des Ästhetischen über das Moralische,
der Ironie über die Tragödie dar. Der Hang zum Naiven, Übertriebenen und Gekünstelten, insgesamt die "Entthronung des Ernstes" im Umgang mit Kunstwerken und Alltagsgegenständen, ist fraglos unengagiert und entpolitisiert. Die klare Absicht des Camp, Hierarchien des Geschmacks auf den Kopf zu stellen, führt zum Unterlaufen der gängigen Dualität von E- und U-Kultur zugunsten einer Kultur des Populären. Folgende Elemente finden sich stets im Geschmack des Camp: Theatralik, der Bruch mit Konventionen und Humor. Camp ist wie geschaffen, Konzepte auf den Kopf zu stellen und Grenzen in Frage zu stellen, auch und gerade die zwischen den Geschlechtern.'
Orx, Vinn und Bruncken erschaffen lichtvolle Gemälde und Installationen. Die hier entwickelnden Werke beziehen Verbindungen aus der Pop Art, aber auch aus dem Dada des Duchamp oder dem Fluxus von Beuys und Paik.
Nicht zuletzt sind es auch die Kultus- und Heiligenbilder der Ostkirchlichen Ikonenmalerei, Gegenstände religiöser Verehrung wie die Reliquien oder die Farbigkeit der orientalischen Kunst die sie inspirieren.
Die Künstler stehen hier in der Tradition des Glitschi-Kitsches von Pierre und Gilles, verbunden mit der Experimentierfreudigkeit von Andy Warhols Pop Art und der farbigen Frische und Leichtigkeit der Fotografien und Installationen von Robert LaChapelle.
Laut Aussage der Künstler, geht es hier nicht um Botschaften oder schwere Themen, sondern primär um Empfindungen.
In CAE ist nichts verboten, alles ist erlaubt! Ob Barbiepuppen, Laser-Licht, Blumen, Törtchen oder Musik. Mit Tausenden von glitzernden Steinen, Swarowski Kristallen, Glitter, Prunk und Gold, entstehen hier neue goldene Licht-Welten. Die Werke sind frei von Aggressionen, Leid und Traurigkeit. Hier wird das innere Kind geweckt und das Herz des Betrachters beginnt höher schlagen. Sie befreien den Betrachter von den Ketten der Kunst-Konventionen und aus der Gräue des Alltags. Die Voraussetzung dafür soll nicht der Kunstverstand oder die Sachlichkeit sein, sondern die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen und die Glückseeligkeit zu empfinden...
"Iven Orx und Aaron Vinn sind Kölner Künstler. Ihre in die ganze Welt verkauften Werke sind Bilder-Botschafter der Kunst aus Köln. Das ist auch das Ziel dieser beiden Künstler: die Einheit von Kunst und Köln dazustellen und selber auch zu leben. Deswegen arbeiten und wohnen sie im Herzen Kölns, fangen die kölner Atmosphäre, dieser einzigartigen ehemaligen römischen Stadt ein und machen sie auf Leinwänden sichtbar. So werden ihre Werke zu einem Teil Kölner Kultur." Hans Bruncken, Kölner Schriftsteller
"Das primäre Ziel in unseren Werken ist es immer eine absolute Synthese zu erschaffen, also eine Zusammensetzung, Zusammenfassung und Verknüpfung von bestehenden Elementen zu einer neuen Einheit. Dabei ist die so verwirklichte Schöpfung unser Beitrag zur Evolution des menschlichen Geistes...." Iven Orx
"Kunst ist eine Sprache, die der Menschheit allgemein verständlich ist. Sie kennt keine Grenzen und ist nicht an Sprachen gebunden. Sie ist verständlich und erreichbar für alle Menschen in der ganzen Welt. Man braucht von Kunst nichts zu verstehen, um sich daran zu erfreuen. " Aaron Vinn
„Unse Kunst soll auf neue, bisher vergessene oder ungekannte Aspekte in der Kunst aufmerksam machen und anregen diese zu überdenken oder zu revidieren." Iven Orx
"Ein Kunstwerk ist eine Tür, durch die man mit der Seele hindurch geht, um sich dann gefühlsmäßig mit diesem auseinanderzusetzen." Aaron Vinn
"Wir sind die selbsternannten Kulturbotschafter Kölns. Wir haben uns selbsternannt, weil man für etwas Notwendiges nur selber die Verantwortung übernehmen kann. Das ist der beste Ausdruck der Freiheit, die wir haben." Iven Orx
"Malen können Millionen von Menschen und täglich kommen viele dazu. Wir malen nicht. Wir machen Kunst." Aaron Vinn